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Satzspiegel berechnen
Wähle das Buchformat und eine Konstruktion. Du erhältst die vier Stege und die Größe des Satzspiegels, eine Zeichnung der Doppelseite und den Abgleich mit den Mindesträndern von KDP und BoD. Die Berechnung läuft in deinem Browser; es wird nichts gesendet.
Satzspiegel und Stege
Der Satzspiegel ist die Fläche der Seite, die der Text einnimmt. Die weißen Ränder um ihn heißen Stege: innen am Bund der Bundsteg, oben der Kopfsteg, außen der Außensteg, unten der Fußsteg. In Kernsetzer stehen Kolumnentitel und Seitenzahlen in Kopf- oder Fußsteg, nicht im Satzspiegel; andere Programme und Verlage halten es verschieden.
Man legt Ränder für die Doppelseite fest, nicht für die einzelne Seite. Liegt das Buch offen, stoßen die beiden Bundstege aneinander und wirken wie ein einziger weißer Streifen. Deshalb ist in Neuner- und Zwölferteilung der Bundsteg nur halb so breit wie der Außensteg: Zusammen ergeben die beiden inneren Stege so viel Weiß wie ein äußerer.
Neunerteilung
Breite und Höhe der Seite werden in je neun gleiche Teile geteilt. Der Bundsteg bekommt einen Teil der Breite, der Außensteg zwei; der Kopfsteg einen Teil der Höhe, der Fußsteg zwei. Für den Satzspiegel bleiben sechs Neuntel in beide Richtungen. Er hat damit dieselben Proportionen wie die Seite und bedeckt 4/9 ihrer Fläche, also rund 44 %. Auf einer Seite im Verhältnis 2 : 3 stehen Bund, Kopf, Außen und Fuß im Verhältnis 2 : 3 : 4 : 6.
Man kann diesen Satzspiegel ohne Maßband zeichnen. Zieht man auf jeder Seite die Diagonale vom Bund oben zur äußeren unteren Ecke und über die Doppelseite die Diagonale von einer äußeren unteren Ecke zur gegenüberliegenden oberen, liegen drei der vier Ecken des Satzspiegels auf diesen Linien. Die Zeichnung im Rechner zeigt sie. Im 20. Jahrhundert haben Typografen wie Jan Tschichold diese Teilung in mittelalterlichen Handschriften und frühen Drucken nachgemessen und mit einer Figur aus dem Bauhüttenbuch des Villard de Honnecourt (13. Jahrhundert) verbunden, mit der sich eine Strecke ohne Lineal in gleiche Teile teilen lässt. Daher der Name im Rechner.
Zwölferteilung
Dieselbe Konstruktion mit zwölf Teilen statt neun: Bundsteg und Kopfsteg je ein Zwölftel, Außensteg und Fußsteg je zwei. Der Satzspiegel wird drei Viertel so breit und so hoch wie die Seite und bedeckt rund 56 % ihrer Fläche. Die Stege sind schmaler, auf die Seite passt mehr Text. Auch hier liegen drei der vier Ecken auf den Diagonalen. Je mehr Teile, desto schmaler die Ränder; die Neunerteilung wirkt großzügig, die Zwölferteilung eher wie ein Gebrauchsbuch.
Goldener Schnitt
Der Goldene Schnitt teilt eine Strecke so, dass sich der kleinere Teil zum größeren verhält wie der größere zur ganzen Strecke, etwa 1 : 1,618. Die Zahlen 2, 3, 5 und 8 kommen dem nahe: Sie stammen aus der Fibonacci-Folge, in der jede Zahl die Summe der beiden davor ist, und das Verhältnis zweier Nachbarn nähert sich dem Goldenen Schnitt. Für den Satzspiegel bekommen Bund, Kopf, Außen und Fuß Stege im Verhältnis 2 : 3 : 5 : 8.
Das Verhältnis legt nur fest, wie die Stege zueinander stehen, nicht wie groß sie sind. Der Rechner fragt deshalb, welchen Anteil der Seitenfläche der Satzspiegel bedecken soll, und rechnet die Stege so, dass genau dieser Anteil herauskommt. Er beginnt bei 50 %. Der Fußsteg ist bei dieser Konstruktion viermal so breit wie der Bundsteg; bei einem hohen Anteil wird der Bundsteg schnell schmaler, als eine Druckerei erlaubt.
Was Kernsetzers Themes machen
Kernsetzers Themes folgen keiner der Konstruktionen. Jedes legt seine vier Stege für eine Seite von 6 × 9 in fest, die anderen Formate rechnet die App daraus: Bund- und Außensteg wachsen und schrumpfen mit der Breite, Kopf- und Fußsteg mit der Höhe. So behält der Satzspiegel die Proportionen der Seite.
| Theme bei 6 × 9 in | Bund | Kopf | Außen | Fuß |
|---|---|---|---|---|
| Klassisch | 20 mm | 19 mm | 15 mm | 21 mm |
| Literarisch | 20 mm | 18 mm | 17 mm | 27 mm |
| Minimal | 22 mm | 22 mm | 19 mm | 27 mm |
Anders als in den klassischen Konstruktionen ist der Bundsteg nie schmaler als der Außensteg. Die alten Teilungen stammen aus Büchern, die flach aufliegen; ein Taschenbuch mit Klebebindung öffnet sich nicht ganz, und der Bund schluckt einen Teil des inneren Rands. Je dicker das Buch, desto mehr. Kernsetzer verbreitert den Bundsteg deshalb nach der Seitenzahl auf mindestens die Werte aus KDPs Tabelle, für jede Druckerei, weil die Bindung überall gleich viel Papier verschluckt. Dazu kommt ein Fünftel der Schriftgröße für Trennstriche, Gedankenstriche und Punkte, die am Zeilenende ein wenig in den Rand ragen. Wählst du beim Export eine Druckerei, setzt die App auch Kolumnentitel und Seitenzahlen nie näher an die Schnittkante, als sie erlaubt.
Im Rechner sind die Themes so gerechnet, wie die Vorschau sie zeigt, bevor du eine Druckerei wählst, bei der üblichen Schriftgröße von 11 pt. Für kleine Formate kann die App beim Export für KDP Kopf- und Fußsteg noch etwas vergrößern, damit Kolumnentitel und Seitenzahl Abstand zur Kante halten.
Mindestränder bei KDP und BoD
Eine Konstruktion sagt, welche Ränder schön sind; die Druckerei sagt, welche Ränder gehen. KDP verlangt außen, oben und unten mindestens 0,25 in (6,4 mm), mit Anschnitt 0,375 in (9,6 mm). Den Bundsteg legt KDP nach der Seitenzahl fest, von 0,375 in (9,6 mm) bis 150 Seiten bis 0,875 in (22,3 mm) ab 701 Seiten. Die ganze Tabelle steht beim KDP-Rechner. Der Satzspiegel-Rechner prüft ohne Anschnitt.
BoD veröffentlicht keine solche Tabelle. In seinem Blog rät BoD, nichts näher als 5 mm an die Schnittkante zu setzen, und zeigt in einer Anleitung für Word Ränder von 1,7 cm oben, unten und innen und 2 cm außen, ausdrücklich als Beispiel, nicht als Vorgabe. Der Rechner prüft gegen die 5 mm. Für ein dickes Buch bei BoD lohnt sich trotzdem ein Blick auf KDPs Bundsteg: Die Klebebindung ist dieselbe.
Die Mindestränder gelten für alles, was gedruckt wird, also auch für Kolumnentitel und Seitenzahlen in Kopf- und Fußsteg. Ein Fußsteg, der knapp über dem Minimum liegt, lässt keinen Platz für die Seitenzahl.
Den Satzspiegel in Word einstellen
In Word stellst du zuerst unter Layout › Format das Buchformat ein. Dann öffnest du Layout › Seitenränder › Benutzerdefinierte Seitenränder und wählst unter Mehrere Seiten den Eintrag Gegenüberliegende Seiten. Aus den Feldern Links und Rechts werden dann Innen und Außen. Trag dort die vier Stege aus dem Rechner ein und lass das Feld Bundsteg auf 0, denn Word schlägt diesen Wert noch auf den Innenrand auf. Kopf- und Fußzeile stellst du im selben Fenster auf der Karte Layout als Abstand vom Seitenrand ein; sie müssen innerhalb von Kopf- und Fußsteg bleiben.
Wie das Format die Seitenzahl beeinflusst, zeigen die Seite Buchformat wählen und der Seitenzahl-Rechner; der Satzspiegel ändert sie noch einmal, denn ein kleinerer Satzspiegel fasst weniger Text pro Seite.
Quellen und Grenzen
Die Mindestränder sind die, mit denen Kernsetzer selbst rechnet, zuletzt am 21. Oktober 2026 mit den Seiten der Druckereien verglichen: KDPs Ränder und Anschnitt und BoDs Blogbeiträge zum Buchblock in Word und zu den Grundregeln des Buchblocks. Die Formate sind BoDs zehn Standardformate und vier gängige KDP-Formate; KDP bietet weitere. Druckereien ändern ihre Vorgaben gelegentlich, prüfe sie deshalb vor dem Hochladen. Dass eine Druckerei deine Datei annimmt, kann diese Seite nicht versprechen.
Kernsetzer stellt Satzspiegel, Bundsteg und Anschnitt für dein Format, deine Seitenzahl und deine Druckerei selbst ein. Zur Beta anmelden.